Die Akteure des Forums Nachhaltigere Eiweißfuttermittel (FONEI) informieren in ihrem 3. Fortschrittsbericht über zentrale Errungenschaften und Herausforderungen ihrer Arbeit zu einer nachhaltigeren Eiweißfuttermittelwertschöpfungskette für die Jahre 2024 und 2025.
Mitglieder aus Verarbeitung und Handel des FONEI berichten über die breite Einführung des Qualitätsstandards „SojaPlus“. Das von FONEI-Mitgliedern mitentwickelte Zusatzmodul der QS Qualität und Sicherheit GmbH ist seit Anfang 2024 für QS-zertifizierte Futtermittelhersteller sowie -händler verpflichtend. Es ermöglicht eine standardisierte Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen bei Soja in großen Teilen der deutschen Nutztierhaltung für Schweine, Geflügel und Rinder.
Parallel dazu stieg die Anbaufläche für Körnerleguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und Lupinen bis zum Jahr 2025 auf etwa 300.000 Hektar, was rund 2,6 Prozent der deutschen Ackerfläche entspricht. Zusammen mit den feinsamigen Futterleguminosen wie Klee und Luzerne lag der Anteil bei knapp sechs Prozent. Die FONEI-Mitglieder bekräftigen in ihrem aktuellen Fortschrittsbericht das Ziel, sich für weitere Maßnahmen einzusetzen, damit der Gesamanteil bis zum Jahr 2030 auf zehn Prozent steigt. Um entsprechende Absatzmöglichkeiten für heimische Eiweißfutterpflanzen zu schaffen, berichten die FONEI-Mitglieder über Investitionen der Industrie in regionale Verarbeitungsinfrastrukturen. Ein Beispiel hierfür ist eine Ölmühle in Rheinland-Pfalz, die mit der Sojaernte 2024 erstmals eine Verarbeitungslinie für regional erzeugte Sojabohnen nutzte. Zudem haben wissenschaftliche Institute und Verbände innerhalb des FONEI digitale Instrumente wie das öffentliche Dashboard „LeguDash“ entwickelt, um die Markt- und Preistransparenz zu erhöhen und die landwirtschaftliche Praxis beim Anbau zu unterstützen.
Als zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre gilt die wirtschaftlich tragfähige Gestaltung dieses Transformationsprozesses für die gesamte Wertschöpfungskette unter anhaltend hohem Preisdruck. Im Fokus der FONEI-Mitglieder stehen dabei Fragen zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit heimischer Eiweißquellen im Umfeld stark geforderter Fleisch- und Milchmärkte, zur verlässlichen Transparenz von Importrohstoffen bis auf die Anbaufläche sowie zur fairen Verteilung des administrativen und finanziellen Mehraufwands. Darüber hinaus wird diskutiert, welche Forschungsanstrengungen notwendig sind und wie deren Ergebnisse effektiv in die Praxis übertragen werden können.